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 Forschungsprojekt "Hallertauer Modell " - Versuchsanlage installiert

25.06.2010


EU fördert Forschungsprojekt des Wasserzweckverbandes Hallertau
im Rahmen von Leader in ELER:
„Hallertauer Modell“ – Versuchsanlage wurde im Hopfengarten installiert
 
 
„Hallertauer Modell - Hopfenanbau und Grundwasserschutz Hand in Hand“, so lautet der Arbeitstitel des Forschungsprojektes des Wasserzweckverbandes Hallertau. Dass vorbeugender Trinkwasserschutz und Landwirtschaft zusammengehören, ist in der Hallertau nichts Neues – schon seit mehreren Jahren betreiben Landwirte mit Erfolg auf freiwilliger Basis Grundwasser schonenden Ackerbau in den Einzugsgebieten des Wasserzweckverbandes. Die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie stellt vor allem aber die dezentralen Trinkwasserversorger vor neue Herausforderungen.
 
„Der Wassermarkt wird globaler, die Konkurrenz zwischen den Anbietern sicherlich nicht schwächer. Unser gemeinsames Ziel muss es also sein, hier aktiv die regionalen Wasserversorger zu stärken und zugleich eine ökonomisch rentable Landbewirtschaftung in der Hallertau mit seinen Hopfenanbauern sicher zu stellen. Dazu braucht es gemeinsame und innovative Lösungsansätze und Anstrengungen, um die hohe Wasserqualität auch für die Zukunft stabil halten zu können“, so Landrat und Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe Dr. Hubert Faltermeier. Der technisch-innovative Ansatz des Forschungsprojektes „Hallertauer Modell“ und die starke Vernetzung von Landwirtschaft und Wasserwirtschaft, von Wissenschaft und praktischer Umsetzung vor Ort waren so überzeugend, dass das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die EU im Rahmen der Förderinitiative Leader in ELER den positiven Förderbescheid im Juni vergangenen Jahres ausstellten.
 
„Seither arbeiten wir an der Umsetzung des Forschungsprojektes. Uns ist dabei die enge Abstimmung sowohl mit den wasserwirtschaftlichen als auch landwirtschaftlichen Fachbehörden, mit den wissenschaftlichen Einrichtungen aber auch mit den Praktikern vor Ort, insbesondere den Hopfenbauern, sehr wichtig. Gemeinsam gehen wir quasi in die Tiefe, um zu beobachten, wie sich Wasser- und Nährstoffströme im Boden verhalten“, so Matthäus Faltermeier, Vorsitzender des Wasserzweckverbandes Hallertau. So wurde für die Projektumsetzung eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Wasserzweckverbandes Hallertau, der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, des Hopfenpflanzerverbandes, des Hopfenringes, der Hopfenverwertungsgenossenschaft HVG und der Leader-Geschäftsstelle beim Landschaftspflegeverband Kelheim (VöF) e.V. gegründet. Fachlich unterstützt wird die Arbeitsgruppe zudem vom Bayerischen Landesamt für Umwelt in Hof und der Landesanstalt für Wald und Forst aus Freising-Weihenstephan. Das Projektmanagement liegt bei Edeltraud Wissinger von der Firma Ecozept aus Freising.
 
„Schon an dieser breit aufgestellten Arbeitsgruppe sieht man, dass wir mit dem Versuchsprojekt ein interessantes Neuland betreten und an den Versuchsergebnissen und Entwicklungen sehr interessiert sind. Natürlich ist es auch das Ziel der Landwirte, grundwasserverträglich zu produzieren. Mit der Versuchsanlage hoffen wir auf neues Wissen, um den Spagat von Wirtschaftlichkeit des Hopfenanbaus und Grundwasserschutz weiter optimal zu meistern“, so Josef Wittmann, Vorsitzender des Hopfenpflanzerverbandes Hallertau.
 
Seit kurzem ist die Versuchsanlage in einem Hopfengarten in der Gemarkung Steinbach fertig installiert. Herzstück der Versuchsanlage sind der Service- und Probeentnahmeschacht, von dem aus in zwei Versuchsparzellen sogenannte Saugkerzen angesteuert werden. Diese insgesamt 60 Saugkerzen entnehmen auf 50 cm, 120 cm, 200 cm und 400 cm Bodenwasser, das dann auf Stickstoff und andere Nährstoffe untersucht wird. Parallel dazu wird mit 12 Tensiometern die Saugspannung sowie 21 Fühlern die Bodenfeuchte und mit drei weiteren Fühlern die Bodentemperatur in den Versuchsparzellen gemessen.
 
Auf einer benachbarten Fläche ist zudem eine Wetterstation installiert, die Luftfeuchte, Windrichtung und –geschwindigkeit, Luft- und Bodentemperatur, Globalstrahlung und Niederschlag misst.
 
Der Datentransfer von der Anlage erfolgt mittels Fernübertragung auf einen zentralen Server und die Daten werden anschließend ausgewertet. „So entsteht über die Monate langsam ein Bild, wie sich Wasser und Stickstoff bis in Tiefen von vier Metern im Boden unter den gegebenen Klimabedingungen verhalten. Langfristig gesehen hoffen wir auf der Grundlage dieser Daten, die Düngung im Hopfenanbau weiter optimieren zu können, um ein qualitativ hochwertiges Hopfenprodukt erzeugen zu können und den Stickstoff möglichst optimal für die Pflanze verfügbar zu machen“, so Johann Portner von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.
 
Fakten und Daten:
 
Im Versorgungsbereich des Wasserzweckverbandes Hallertau sorgen neun Tiefbrunnen für die Trinkwasserversorgung für 9.500 Haushalte. Die jährliche Trinkwasserförderung liegt bei ca. 3 Mio. m³.
 
Der Hopfenanbau nimmt in den Trinkwassergewinnungsgebieten mit rund der Hälfte der Ackerflächen einen großen Umfang ein.
 
Die europäische Wasserrahmen-Richtlinie verpflichtet die Wasserversorger im Zeitraum bis zum Jahre 2015, die Grundwasserqualität in einem guten Zustand sicherzustellen. 
 
Wichtigste Messgröße sind die Stickstoffwerte im Boden. Dazu wurden verschiedene Düngevarianten im Hopfengarten angelegt. Die Stickstoffverlagerung im Boden wird in bis zu vier Metern Tiefe analysiert. Gemessen werden Saugspannung, Bodenfeuchte und Temperatur im Boden, Luftfeuchte, Windrichtung und –geschwindigkeit, Luft- und Bodentemperatur, Globalstrahlung, Niederschlag; Nitratgehalt im Sickerwasser.
 
Insgesamt werden über die Projektdauer ca. 1,8 Mio. Daten verrechnet.
 

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